Archiv für Januar, 2012

Weinland Kroatien kommt nach Erding

Januar 31st, 2012

Vinland 2012

Vinland in der Erdinger Stadthalle

Jadrovino präsentiert zum zweiten Mal das Weinland Kroatien auf der Vinland in der Erdinger Stadthalle. Spitzenweine aus allen Regionen Kroatien können am Stand von Jadrovino verkostet werden. Mit dabei sind autochtone Weine und Weltsorten. Zum ersten Mal in Deutschland wird der Original-Zinfandel präsentiert: Der Crljenak, von Zlatan Plenkovic.

Vertretene Winzer: Bolfan (Zagorje), Adzic und Krauthaker (Slawonien), Arman, Kozlovic und Roxanich (Istrien), Vinaria Benkovac, Vinarija Svirce, Korta Katarina, Bastijana-Tomic, Zlatan Otok und Senjkovic (Dalmatien).

Sie finden Jadrovino am Stand R55.

 

 

 

Öffnungszeiten:      11.Feb., Sa 15.00 – 21.00 Uhr

12.Feb., So 14.00 – 20.00 Uhr

Ort:                             Stadthalle Erding, Alois-Schießl-Platz 1, 85435 Erding

Eintritt:                      6 Euro

Parken:                                 Tiefgarage, Zufahrt über Gießereistrasse

EU-Beitritt: Kommt nun der kroatische Wein?

Januar 4th, 2012

Der Beitritt Kroatiens zur EU ist beschlossene Sache. Praktisch nur noch ein Votum der kroatischen Bürgerinnen und Bürger kann den offiziellen Beitritt des Landes im Juni 2013 noch verhindern. Aber daran glaubt eigentlich niemand.  Aber was bringt die EU-Mitgliedschaft eigentlich? Das ist eine Frage die seit Jahren heiß und teilweise sehr emotional diskutiert wird und die wir an dieser Stelle auch gar nicht beantworten können. Wir können aber einen kleinen Ausblick wagen, wie sich die kroatische Weinwirtschaft entwicken wird.

Plenkovic Makarska

Neue Weinberge an der Makarska Riviera

Kroatien ist ein kleines Weinland. Gerade mal 35.000 ha umfassten alle Anbaugebiete im Jahr 2007 miteinander. Im Europäischen Vergleich liegt Kroatien damit ganz weit hinten. Zum Vergleich: Griechenland hatte 2007 119.000 ha, Portugal 248.000ha und Rumänien 209.000ha. Seit dem es aber absehbar war, dass Kroatien 28. Mitglied der EU wird, legten sich die Winzer zwischen Adria, Drau und Donau nochmal ins Zeug. Alte Weinberge wurden rekultiviert und neue Flächen hinzugefügt. Geeignete Areale gibt es genug dafür. Anfang des 20.Jahrhunderts hatte allein die Region Dalmatien 250.000ha Weinberge. So revitalisierte Zlatan Plenkovic an der Makarska Rivera 40 ha alte Weinberge und produziert dort u.a. Crljenak und Posip.

Kozlovic's neuer Keller in Momjan

Die kroatischen Winzer lebten jahrelang in einer Komfortzone. Wein aus dem Ausland ist zwar verfügbar, aber die Menge war überschaubar. So bedienten die Erzeuger hauptsächlich den eigenen Markt und die vielen Urlaubsgäste. Für viele Winzer war der Export also gar nicht so wichtig, zumal die Mengen noch heute sehr gering sind. Mit der Öffnung der Märkte wird sich dass aber ändern. Niedrigpreisige Weine aus den großen Weinländern Italien, Spanien oder auch aus Ungarn werden den Konsumenten in Kroatien massiv angehen.  Viele einheimische Winzer sind darauf nicht vorbereitet. Gutes Beispiel sind manche Winzer im Süden Dalmatiens. So der Originalton eines Weinmachers auf Peljesac: „Warum soll ich den Dingac für 12 Euro an einen Importeur in Deutschland verkaufen, wenn ich ab Hof vom Touristen 22 Euro dafür bekomme“ .

Und trotzdem: Es gibt die Winzer, die sich rechtzeitig der EU zuwandten und Kontakte nach vor allem Deutschland und Österreich aufbauten. Weine von Kozlovic, Krauthaker oder auch Plenkovic sind seit Jahren im deutschsprachigen Raum erhältlich. Und die Vielfalt wurde in den letzten Jahren größer. Inzwischen gibt es auch Weine kleiner Weingüter dank dem Engagement einiger Enthusiasten zu kaufen. Bolfan, Arman oder Roxanich seien als Beispiele genannt. Und es werden weitere hinzukommen. Dies hat nicht zuletzt auch mit einem Generationenwechsel bei den Winzern zu tun. Junge Winzer haben die Notwendigkeit erkannt, den EU-Markt ernst zu nehmen – Und die eher konservativ denkenden Erzeuger müssen über kurz oder lang nachziehen.

Aber wie so oft in Kroatien, ist auch hier ein massives Gefälle zwischen den Regionen fest zu stellen. Wiedermal sind es die Istrier, die hier die Nase vorne haben, während viele der Dalmatiner noch hinterher hinken. Die Winzer in Slawonien haben dabei leider den Nachteil, dass ihre Region touristisch völlig unterentwickelt ist und es weit weniger zu Synergieeffekten mit dem Tourismusmarkt kommt.

Eine Lösung wäre eine starke Vermarktungsgemeinschaft kroatischer Erzeuger. Aber dazu fehlt es an allen Ecken und Enden. Viele gute gemeinte Initiativen scheitern an unterschiedlichen Interessen, Mentalitäten und am lieben Geld. Kroatien ist weit davon entfernt, eine gemeinsame Marketing-Kampagne mit Breitenwirkung zu etablieren. Das ist ein Riesenproblem, da dem kroatischen Wein immer noch der Ruf des schweren, süssen Rotweinen nachhängt. Jahrelanger Billigtourismus und Allgemeinweine von staatlichen Großkellereien prägten ein Bild, dass nur mühsam zu bewältigen ist.

Und trotz allem: Es gibt Hoffnung in Form einiger ambitionierter Erzeuger, die auch bereit sind, sich auf ein kleines Abenteuer und gewisse Risiken einzulassen. Dass sind die Winzer, die heute bereits in der EU aktiv sind und sich auch zeigen.